Weltpremieren drücken sich auf der GC die Klinke in die Hand. Für besondere Überraschung sorgt heuer ein Action-Rollenspiel im M&M-Universum.
Ubisoft hat keine Kosten und Mühen gescheut und alle Entwickler kommender Spiele für die Dauer der Games Convention nach Leipzig eingeladen. Dies bietet natürlich die perfekte Rahmenbedingung für eine Weltpremiere. Wer sich jetzt daran erinnert, dass es schon einmal ein Action-Rollenspiel im Might & Magic-Unversum für den PC gab, hat Recht. "Legends of Might and Magic" erschien aber noch unter der Fahne von 3DO, die sich bekanntlich mit den Entwicklern verkracht haben. Dazu aber weiter unten mehr.
Dark Messiah basiert auf der Source-Engine von Valve, dabei betont Romain de Waubert: “Wir lieben die Möglichkeiten, die uns die Source-Engine bietet, in keinem anderen Spiel findet man ein solch gutes Physiksystem.“ Und besonders dieses physikalisch korrekte System wird von den Machern eiskalt ausgenutzt. Mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht führt uns der Laudator ein Video vor: Der Zauberer wird von einem Gegner gesehen und verfolgt, am Rande eines Abgrundes platziert er eine kleine Eisschicht am Boden. Der Gegner rutscht aus und prallt mit einen dumpfen Laut inklusive Schmerzensschrei auf dem Boden auf und schlittert über den Rand hinaus in den Abgrund. Das Gelächter im Plenum bricht aus, das macht wirklich Spaß.
Szenenwechsel: Der Krieger lauert einem Ork auf, leider misslingt die Attacke und ein heftiger Kampf entbrennt. Der Ork versteckt sich ängstlich hinter einem Tisch. Dieser ist aber kurzerhand mit einen Kick zur Seite geräumt, genauso wie der Ork, der stand nämlich genau in der Schussrichtung. So wird man mit der gesamten Umwelt umgehen können, jeder Gegenstand kann zur Waffe umfunktioniert werden.
Wiederrum Szenenwechsel, während der Krieger offen in den Kampf geht und der Zauberer listig gegen die Gegner vorgeht, ist der Assasine ein hinterhältiger Charakter. Das Gameplay bei dieser Figur erinnert stark an Thief oder Splinter Cell. Er murkst die Feinde hinterrücks ab oder versucht, wenn es möglich ist, an ihnen vorbeizuschleichen.
Alle drei Charaktere haben ein begrenztes Repertoire an Zaubersprüchen, das beim Zauberer am größten ist. Einige dieser magischen Kunststücke sorgten für ordentlich Gelächter bei den Zuschauern und erinnerten stark an die alten Zeiten, in denen Haudegen Duke Nukem noch auf dem PC wütete. So kann man Gegner in Eisstatuen verwandeln und per Tritt in tausend Stücke sprengen oder per Schrumpfstrahl in ein kleines Tier verwandeln und per festen Zustampfen zerquetschen.
Die KI der Gegner war in den gezeigten Ausschnitten bereits ziemlich gut. In einer Szene meuchelt der Assassine einen Goblin von hinten ab. Sein Kollege, der dies sieht, zieht zwar seine Waffe und versucht den Mörder zu attackieren, aber bereits der erste Treffer von den Spieler versetzt ihn so sehr in Panik, dass er die Waffe fallen lässt und schreiend das Weite sucht.
Einen Multiplayerpart bekommt Dark Messiah natürlich auch spendiert. In typischen Modi wie Team Deathmatch, Capture the Flag oder Domination können sich bis zu 32 Spieler im Internet oder LAN austoben. Romain sprach schließlich noch von einen Erfahrungspunktesystem, welches in eine Ladder einfließen soll. Wie dies umgesetzt wird, konnte er noch nicht verraten, dafür war der Stand der Entwicklung noch nicht weit genug fortgeschritten.
Wie versprochen landen wir bei der Abschlussgeschichte von 3DO und den Might & Magic-Entwicklern. In einem sehr lustigen Video beschreiben die Entwickler per Bildergeschichte, wie sie schließlich bei Ubisoft gelandet sind. Es ist sozusagen eine persönliche Revanche an 3DO, die die Serie gegen Ende aus Profitgier haben abstürzen lassen. Mit etwas Glück wird sie per Gimmick im Internet veröffentlicht und allen Fans zugängig gemacht.
Ich liebe die Might & Magic-Reihe, kaum andere Spiele haben mich solange an den Monitor gefesselt, wie diese. Leider konnte mich der erste Rollenspiel-Action-Mix nicht überzeugen, was auch die Pressewertungen widerspiegelten. Zum Glück ist bei Dark Messiah ist alles anders: Das Spiel sprüht vor Charme und Witz. Auf kaum einer anderen Präsentation habe ich mich so dermaßen amüsiert. Ein weiteres Indiz dafür, dass hier letztendlich Qualität geboten wird, merkt man an der Aussage des Entwicklerteams: „Wenn es fertig ist, wird das Spiel veröffentlicht. Ubisoft lässt uns soviel Zeit, wie wir benötigen.“ Und wann kann dies ein Entwickler von sich behaupten? Einige Fans werden diese Aussage sicherlich mit Freude hören. Eigentlich darf ich am Ende meines Ersteindruck gar nicht auf das Releasedate zu sprechen kommen, da dies erst für September 2006 geplant ist. Ich denke aber, dass sich das Warten lohnen wird, wenn am Ende das herauskommt, was auf der Präsentation geboten wurde. Danke Ubisoft und vielen Dank an die Entwickler, die die Might & Magic-Reihe würdig und perfekt fortführen.