Auf der E3 in Los Angeles konnte Dark Messiah bei der Vorstellung des Singleplayers überzeugen. Um auch den Multiplayer näher vorzustellen, lud Ubisoft auf ein Event nach Paris. Wir folgten der Einladung natürlich und sagen, wie sich Dark Messiah geschlagen hat.
Nachdem mit Heroes of Might and Magic V bereits vor kurzem ein neuer Teil aus dem Might and Magic – Universum den Weg in den Verkauf fand, steht im September schon das nächste Spiel bereit. Es handelt sich um das Actionrollenspiel Dark Messiah of Might and Magic, welches vor gut drei Wochen der europäischen Presse auf einem Multiplayer-Event gezeigt wurde.
Bereits die Location stimmte die Teilnehmer dieses PR-Events auf das Spiel ein, Mitten im Herzen von Paris ging es durch einen engen, dunklen Gang in die Präsentationsräume, welche passend zum Ambiente alt und düster wirkten. Nachdem Romain de Waubert de Genlys, seines Zeichens Producer von Ubisoft, die anwesende Presse begrüßte, begann Assistant Producer Erwan Le Breton mit einer Einführung die Welt von Might and Magic. Während sich das Gebiet von Heroes of Might and Magic eher über den Norden der Welt erstreckt, werden sich Spieler von Dark Messiah of Might and Magic im Süden wieder finden. Die dort anzutreffenden Gebiete bestechen vor allem durch ihre Grafikpracht und die Physik. Letztere zeichnet sich durch die Halflife 2 Source – Engine aus, welche es ermöglicht, dass man als Spieler fast unbegrenzt mit der Umgebung interagieren kann. Die Rassen sind auf Menschen und Untote beschränkt, wobei im Multiplayer bis zu 32 Spieler gleichzeitig die Welt von Dark Messiah unsicher machen können. Leider gibt es dafür allerdings nur fünf Maps, welche insgesamt jedoch ausgesprochen groß ausgefallen sind. Auf Nachschub durch die Community kann man dennoch hoffen.

Nicht übermäßig viele, aber auch nicht nur eine Charakterklasse bietet sich dem Spieler im Multiplayer-Modus, insgesamt gibt es fünf verschiedene. Dabei hätten diese nicht unterschiedlicher sein können. Während der eher schwache Archer mit mehreren Pfeiltypen versucht, gezielt einzelne Feinde auszuschalten, ist es der Mage, der sich von weiter Entfernung auch an das Ableben von ganzen Gruppen macht. Beide Charaktere haben jedoch eines gemeinsam: Kommt es zum Nahkampf ziehen sie meist den Kürzeren. Der Meister des Bogens hat dafür upgradbare Waffen und kann mit seinen Pfeilen Gegner vergiften oder sogar anzünden. Der Magier hingegen kann neben seiner Feuer-Magie auch auf die Magie der Elektrizität zurückgreifen. Allerdings ist es ratsam, nur eine der beiden Richtungen auszubilden, da sie somit wesentlich effektiver wird. Wie in vielen anderen Spielen auch, ist aller Anfang schwer für einen Zauberer, so auch in Dark Messiah. Anfangs im Kampf noch eher schwach wird er mit jedem weiteren Level mächtiger und wirkungsvoller. Zudem kann er sich durch ein magisches Schild schützen lassen.

Den einfachsten Weg Erfahrung zu sammeln und sich das nächst höhere Level zu sichern, geht die Priestess. Durch die Fähigkeit Verbündete zu heilen, kann sie innerhalb kürzester Zeit ihre Erfahrung steigern. Doch auch kämpferisch hat die feine Dame Einiges auf dem Kerbholz. Neben dem Vergiften, Verlangsamen und Blenden von Gegner, kann sie sich auch mit Waffen zur Wehr setzen.
Vollkommen auf die Effektivität der Waffen setzt der Warrior, zu Deutsch Kämpfer. Durch seine Sprintfunktion wird seine Taktik schnell klar: Möglichst nahe rankommen, um dann zuzuschlagen. Doch was sich hier nach dumpfen Zuhauen anhört, ist in Wirklichkeit sehr schwierig. Denn bei keinem anderen Charakter spielt das Zusammenspiel von Angriff, Verteidigung und Beinarbeit eine solch große Rolle. Zum Sprint hinzukommen noch die so genannten Powerstrikes, die der Warrior durchführen kann. Dazu wird ganz einfach die gedrückte Maustaste gehalten und am Gegner wieder losgelassen, um dann den effektiven Schlag am Gegner auszuführen.
Den letzten aber nicht weniger interessanten Charakter stellt die Assassin dar. Sie wird als tödlich, leise und heimtückisch beschrieben – und genau das ist sie auch! Durch ihren Mantel hat sie die Fähigkeit, sich für bestimmte Zeit unsichtbar zu machen. Allerdings nur so lange, wie sie still und starr in der Ecke steht, bewegt sie sich, kann man mit viel Geschick erkennen, dass es sich um einen Feind handelt. Für Schleicher-Fans á la Splinter Cell ist dieser Charakter wie geschaffen.
Für Fans der Zahlen und Fakten dürfte interessant sein, dass es insgesamt 50 verschiedene Skills, die teils sogar upgradbar sind, gibt. Die vier Waffenklassen unterteilen sich in Bögen, Stäbe, Dagger und Schwerter. Um jede Charakterklasse näher zu bringen, haben wir jeweils die kurzen Demos der Präsentation aufgenommen und euch zum Download bereitgestellt. Die passenden Links gibt’s hier:
Video zum Archer
Video zur Assessin
Video zum Warrior
Video zum Mage
Video zur Priestess
In Sachen Modifikationen bieten die Entwickler Standardkost. Neben dem allseits bekannten Deathmatch- und Team Deathmatch-Modi findet auch der Crusade-Modus den Weg ins Spiel. Ziel ist es hierbei, bestimmte Punkte einzunehmen und mit der Flagge des eigenen Teams zu versehen. Diese Punkte dienen gleichzeitig als Respawn-Orte, die man jederzeit manuell ändern kann. Auch der Wechsel zwischen den Klassen ist zwar immer möglich, in der angespielten Version allerdings von großem Nachteil, da man durch den Wechsel die zuvor gesammelten Skillpunkte allesamt verliert und der Skilltree somit erst wieder durch Level ups gefüllt werden muss.

Insgesamt war es eine gelungene Präsentation des Multiplayer-Parts. Vor allem das Hands on, bei dem sich die Vertreter der Presse gegenseitig bekämpfen durften, war allererste Sahne. Bleibt nur noch zu hoffen, dass Server in der finalen Version standfähiger sind, als bei der Präsentation, denn hin und wieder wurde es im wahrsten Sinne des Wortes "zappenduster".

Dass das Hauptaugenmerk von Dark Messiah nicht auf den Multiplayer gelegt ist, war schon vorher klar, doch dass die Mannen des Kuju Entertainment dennoch Einiges für die Multiplayer-Community zu bieten haben, wurde eindrucksvoll gezeigt. Die fünf Charakterklassen sind absolut gelungen und könnten nicht unterschiedlicher sein, selbst Jennifer Lopez und der Glöckner von Notre Dame sind sich ähnlicher als die Klassen von Dark Messiah. Werden die kleinen Schwächen wie zum Beispiel das Skillsystem, welches Spieler die schon lange auf dem Server sind Vorteile bringt, und die geringe Ausdauer noch ausgemerzt, steht neben dem Singleplayer auch ein feiner Multiplayer, der absolut überzeugen kann, parat.